Pflanz- und Pflegeanleitungen, Pflanzabstände

Einleitung
 
Wir möchten Ihnen mit dieser Broschüre rund ums pflanzen ein wenig unter die Arme greifen, haben doch nicht alle Pflanzen die gleichen Bedürfnisse, als dass man sie über einen Kamm scheren könnte. Und es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Genauso wie es Menschen gibt, die von Haus aus den so genannten grünen Daumen haben, und viele andere, die Zeit und Hilfe brauchen, bis ein solcher wächst.
 
Grundsätzliches
 
Bevor wir nun speziell auf einzelne Arten eingehen, nennen wir Ihnen einige grundsätzliche Hinweise, die immer von Bedeutung sind.
 
Bodenvorbereitung:
Die richtigen Maßnahmen bei der Bodenvorbereitung sind von größter Wichtigkeit für einen gesunden Wuchs der Pflanzen.  
Am Optimalsten wäre es, bevor irgendwelche Tätigkeiten auf dem zu bepflanzenden Gelände getätigt werden, eine Bodenuntersuchung vorzunehmen, um den Ist-Zustand der vorhandenen Nährstoffe, des pH-Wertes und des Humusgehaltes zu erhalten, um danach ganz gezielt verschiedene Maßnahmen zu setzen.
Dort, wo ein gewachsener, gesunder, tiefgründiger Mutterboden vorhanden ist, werden sich bei entsprechender Betreuung die Pflanzen am leichtesten tun. Ist dieser Mutterboden allerdings steinig, sandig und eher seichtgründig, ist man angehalten, den Boden zu verbessern, damit die zu setzenden Pflanzen zumindest einmal einen guten Start hinlegen können.
Bei Neuanlagen von (Wohn-)Gärten im verbauten Bereich liegt das Problem meistens woanders. Anfangen tut es damit, dass vom abgeschobenen Mutterboden aus Platzmangel ein großer, hoher Haufen gemacht wird. Wenn dieser Mutterboden zu lange so gelagert wird, keine Durchlüftung erfolgt, so stirbt dieser ab. Das aber häufigste auftretende Übel trägt den Namen Bodenverdichtung. In der Bauphase wird der Boden oftmals mit schweren Maschinen bei jedem Wetter befahren und dabei so stark verdichtet, dass sich eine wasserundurchlässige Schicht bildet. Regenwasser kann nicht mehr abfließen, ein kleiner Regenguss reicht, um überall Seen entstehen zu lassen. Durch Sauerstoffmangel tritt Fäulnis auf, Pflanzen können über die Wurzeln keine Nährstoffe aufnehmen und vegetieren dahin.
Diese Bodenverdichtungen sollten unbedingt beseitigt werden. Dies geschieht am besten großflächig mit entsprechendem Gerät, bevor der ganze Garten modelliert und die Humusschicht aufgelegt wird.
Grundsätzlich sollte vor dem Pflanzen der Boden gelockert werden, nicht nur bei Verdichtungen. Ideal wäre eine Lockerung der Pflanzstelle bis in ca. 30cm Tiefe, am besten mit einem Spaten oder einer Grabgabel. Bei stark verwachsenen Plätzen ist der Grabgabel der Vorzug zu geben, da Wurzeln von Unkräutern nicht abgestochen werden, sondern komplett entfernt werden können. Bevor Sie die Pflanze ins Pflanzloch setzen, sollten Sie zur
Sicherheit noch testen, ob das Wasser rasch abfließt. Sollte dies nicht der Fall sein, müsste der Boden des Loches noch weiter gelockert werden.
Es gibt aber auch Möglichkeiten, flächendeckend mit Pflanzen den Boden zu lockern. Dies erreicht man z.B. mit einer Einsaat einer Gründüngung. Sehr gut eignen sich dafür Lupine, Senf, Phacelia, Buchweizen und andere, die auch den Humusgehalt erhöhen. Um den Pflanzen in ihrer neuen Umgebung ein wenig zu helfen, ist der Aushuberde reifer Kompost, abgelagerter Mist, Holzasche, Pflanzerde oder dergleichen beizumischen.

Pflanzabstände:
Hieb- und stichfeste Pflanzabstände für die vielen verschiedenen Pflanzen zu nennen ist schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit. Es kommt auf zu viele Faktoren an, die zu berücksichtigen sind. Wenn, dann kann man nur Empfehlungen unter bestimmten Umständen abgeben.
Nur ein Beispiel verschiedener Pflanzabstände bei einer einzigen Pflanzenart möchte ich Ihnen hier von der Kornelkirsche-Wildform, Cornus mas nennen, die z.B. auf ca. 500m Seehöhe, in den Voralpen gepflanzt werden sollen:
a)  als geschnittene Hecke: 30-50cm Abstand;
b)  in einer gemischten Blütensträucherhecke: 1-1,5m;
c)  als Solitärstrauchgruppe: 2-3m;
d)  in einem 5m breiten Windschutzgürtel: ca. 2 x 2m;
e)  Plantage zur Fruchtgewinnung: in der Reihe 2,5-3m, Reihenabstand 4-5m;
Anhand dieser Abstände lässt sich schon erahnen, wie schwierig es ist, verlässliche Angaben zu nennen. Deshalb wird es immer am Besten sein, in jedem Fall einzeln zu entscheiden, welcher Abstand wirklich der richtige ist.
 
Hurra, die Pflanzen sind da:
Wenn die Pflanzen nicht sofort gepflanzt werden, müssen diese richtig gelagert werden. Sobald Sie die Pflanzen bekommen, sollten Sie diese als Erstes auspacken, an einen schattigen, kühlen, frostfreien, nicht windigen Platz stellen und wässern. Wurzelnackte Pflanzen mit einem feuchten Sack, Tuch,… abdecken. Für kurze Zeiträume bis zu wenigen Tagen können die Pflanzen so gelagert verweilen.
Werden die Pflanzen erst zu einem späteren Zeitpunkt gepflanzt, werden jene mit losen Wurzeln in Erde eingeschlagen. Das heißt die Wurzeln werden angefeuchtet und die Pflanzen werden dann schräg in einen ausgehobenen Graben gelegt und dann mit Erde bedeckt und festgetreten. So lässt sich das Pflanzgut ein paar Wochen lagern. Pflanzen im Container, Topf, werden geschützt aufgestellt und regelmäßig gegossen.
Wenn es dann ans Setzen geht, werden die Pflanzen aus der Erde geholt, die Wurzeln glatt angeschnitten und ein paar Stunden in stehendes Wasser gestellt. Ballen und Töpfe solange unter Wasser halten, bis keine Luftbläschen mehr aufsteigen.
 

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Das Pflanzloch:
Grundsätzlich gilt, je größer, desto besser, dann tl_files/Kerstin/PFL_2_Pflanzgrube.jpg
aber richtig. Im Normalfall reicht es, wenn das  
Pflanzloch 2-3mal so groß wie der Wurzelballen  
ist, bei wurzelnackten Pflanzen sollte soviel  
Platz sein, dass keinesfalls die äußeren Wurzeln  
den Rand des Pflanzloches berühren. Die Pflanz-
tiefe ergibt sich danach, wie tief die Pflanze  
vorher gestanden ist. Dies erkennt man meistens
an einer Verfärbung der Rinde im Bereich  
zwischen ´Tag und Nacht´. Genauso tief sollte  
die Pflanze wieder sitzen, wenn sie fertig einge-
pflanzt ist. Das Pflanzloch selber sollte mind.
15 cm tiefer sein, wenn der Boden verdichtet ist, sogar tiefer lockern.
 
Der Pflanzschnitt:
Bei wurzelnackten Pflanzen wird durch den Pflanzschnitt gewährleistet, dass das durch das Ausgraben und dem damit verbundenen einkürzen der Wurzeln entstandene unausgeglichene Verhältnis wiederhergestellt wird. Dadurch entsteht ein Ausgleich zwischen Wurzelmasse und oberirdischer Verzweigung und somit wird der Pflanze das Anwachsen erleichtert.
Ein weiterer Grund für einen Pflanzschnitt bei allen Pflanzen, egal ob mit oder ohne Ballen, liegt darin, dass man zielbewusst eine Pflanze dazu anregt, sich zu verzweigen, z.B. bei Rosen oder Obstbäumen.
´Wir führen den erforderlichen Pflanzschnitt vor der Auslieferung nicht durch, da das Gros unserer Kunden gerne selbst Hand anlegt. Auf Wunsch wird dieser Pflanzschnitt aber gerne gemacht!´
 
Pflanzpflock:
Pflanzen mit Stamm, große Sträucher, benötigen, um an Ihrem neuen Standort anwurzeln zu können, einen Pflock, an dem sie sich anhalten und in Ruhe neue Wurzeln bilden können. Dieser Pflock wird bei Pflanzung von Wurzelware vor dem Baum im Pflanzloch eingeschlagen. Und zwar an jener Seite des Pflanzloches, die der Hauptwindrichtung
zugewandt ist. Der Pflanzpflock sollte bis eine handbreit unter Kronenbeginn reichen, damit Seitenäste nicht unnötig angerieben werden können. Mit einem breiten Band und einer Achterschleife wird der Baum dann gerade gebunden und das Band am Pflock mit einem Nagel, Tacker,… festgemacht, damit es nicht runterrutschen kann.
Bei Pflanzen mit Wurzel- oder Topfballen werden die Pflanzpflöcke jedenfalls außerhalb des Ballens, nie durch den Ballen, gerade oder schräg eingeschlagen.
Je nach Größe der Pflanzen können auch mehrere Pflanzpflöcke notwendig sein, um den erwünschten Halt zu erlangen.
 
Auf die Plätze fertig los – Einpflanzen:
Zunächst wird lockere Erde, evtl. vermischt mit Kompost, Humus,…., in das Pflanzloch gefüllt, bis die richtige Höhe erreicht ist. Pflanzballen von Containerpflanzen werden so in das Loch gestellt, dass ca. 3 cm Erde über dem oberen Rand ist. Bei ballenlosen Pflanzen wird Erde aufgefüllt und dazwischen immer wieder gerüttelt, sodass alle Räume zwischen den Wurzeln mit Erde gefüllt sind.
Danach wird die Erde fest angetreten, aber ohne den Boden unnötig zu verdichten, die Pflanze aber genügend Halt in der Erde hat. Danach wird ein Gießrand in der Größe des Pflanzloches angelegt, damit beim Gießen das Wasser gezielt zur gesetzten Pflanze kommt. Der Gießrand wird einige Male mit Wasser gefüllt, damit die Pflanzenwurzeln genügend eingeschlemmt werden.
Letztlich wird der Gießrand mit Rindenmulch, Elefantengras-Häckselgut, Grasmulch und dergleichen abgedeckt, um die Erde vor dem Austrocknen zu bewahren.

 

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Nach den grundsätzlichen Hinweisen zum Pflanzen geht´s jetzt zu den einzelnen Arten und Sorten mit ihren speziellen Bedürfnissen und Anforderungen, die zu berücksichtigen sind, damit Sie lange mit ihnen Freude haben werden.
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OBSTBÄUME
Apfel - Malus, Birne - Pyrus, Kirsche, Weichsel, Zwetschke, Ringlotte, Pflaume, Mirabelle, Marille, Pfirsich, Mandel - Prunus, Quitte - Cydonia
 
Pflanzzeit:
Wurzelnackte Obstbäume können während der ´natürlichen´ Ruhezeit, etwa von Mitte Oktober bis Mitte April (bis Anfang Mai, wenn aus dem Kühlraum kommend) gepflanzt werden, wenn der Boden nicht gefroren ist. Dabei hat es sich gezeigt, dass eine Herbstpflanzung sehr sinnvoll ist, da die neu gepflanzten Bäume bereits über den Winter mit
der Kallusbildung an den Wurzeln beginnen, und dann im Frühjahr zügig anwachsen. Nur bei den eher empfindlichen Obstarten wie Quitte, Marille, Pfirsich, Mandel, ist eine Frühjahrspflanzung für wurzelnackte Veredelungen sinnvoller.
Obstbäume mit Wurzel-/Topfballen können das ganze Jahr über gepflanzt werden. Bei einer Pflanzung im Hochsommer muss man allerdings schon intensiv dahinter sein, dass der Neuankömmling laufend genügend Feuchtigkeit bekommt. Also frei nach dem Motto: Bevor wir in den Urlaub fahren, pflanzen wir noch schnell einen Apfelbaum – ist nicht sehr ratsam.
 
Wir bieten Ihnen Obstbäume in verschiedenen Wuchsstärken und Stammhöhen an.
 
Wuchsstärken:
Es gibt einerseits die verschiedenen Arten und Sorten auf stark wachsenden Sämlingsunterlagen. Andererseits veredeln wir auch auf verschiedenen schwächer wachsenden Unterlagen, diese sind nicht aus Samen gezogen, sondern werden durchgehend vegetativ vermehrt. Egal, ob Sämling als Unterlage oder schwachwüchsig, beide haben ihre Vor- und Nachteile.
Die Vorteile des Sämlings sind dessen Robustheit, Widerstandsfähigkeit, Standfestigkeit und die Tatsache, dass diese Bäume sehr alt werden können und mit 50 Jahren noch lange nicht zum alten Eisen gehören. Veredelungen auf Sämling wachsen, je nach Sorte, auch stark und werden große Bäume, was als Vorteil, aber auch als Nachteil gesehen werden kann. Ein wirklicher Nachteil gegenüber den schwachwüchsigeren Unterlagen ist aber der spätere
Einsatz der Fruchtbarkeit. Das dauert beim Sämling schon ein paar Jahre, je nach Sorte früher oder später. Es gibt einige wenige, die schon ab dem 2. Standjahr Früchte haben können, aber genauso gibt es einige wenige, die auch mal 10 Jahre brauchen, bis es zur ersten Ernte kommt.
Sieht man sich aber die gesamte Ernte eines Obstbaumlebens an, hat das auf Sämling veredelte Obst sicher die Nase vorn.

Bei den Obstbäumen, die auf schwachwüchsigen Unterlagen veredelt sind, gibt es auch nochmals Unterschiede in der Wuchsstärke. Es gibt solche, die etwa 75 % vom Sämling an Größe erreichen, bis zu solchen, die gerade einmal bis 30 % wachsen. Der größte Vorteil der schwachwüchsigen Unterlagen ist leider zugleich auch der größte Nachteil – nämlich die frühe Fruchtbarkeit. Dabei kann man auch sagen, dass jene Obstbäume am frühesten tragen, die am schwächsten wachsen. Aber Sie sind auch am anfälligsten gegenüber Frost, Krankheiten, bilden keine ordentlichen Wurzeln, weshalb sie zeitlebens einen Pflock brauchen.
Ebenfalls spielen Klima, Boden, richtige Ernährung, usw. eine sehr große Rolle. Dass diese Pflanzen noch dazu keine allzu lange Lebenserwartung haben, ist genauso eine Tatsache.  
Aufgrund dieser Gegebenheiten bei den schwachwüchsigen Unterlagen haben wir uns entschieden, keine dieser extrem langsam wachsenden Veredelungen zu vermehren. Unsere schwachwüchsigen Veredelungen liegen im oberen Prozentbereich, was heißt, dass man diese als Spalierobst, in kleineren Gärten, an eingeengten Plätzen sehr wohl einsetzen kann, aber natürlich nicht so zusammenzwängen kann, wie jene Veredelungen in den meisten konventionellen Obstplantagen. Und wir sind immer darauf bedacht, dass der Gesundheit und Robustheit ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Auch und gerade in Hinblick auf biologische Produktion in und außerhalb von Gunstlagen.
 
Stammhöhen:
Für viele Menschen gibt es eine einfache Formel: Busch- und Spalierbäume = schwacher Wuchs. Das ist zwar in vielen Fällen richtig, dass muss es aber keinesfalls sein. Als bestes Beispiel dafür nenne ich die vielen überdimensionalen Spalierbäume neben den Orangerien vieler Schlossgärten oder Birnenbäume an den Wänden von Höfen in Tiroler Gebirgsdörfern, die höher sind als zwei Stockwerke. Was ich damit sagen will? Die Stammhöhe zeigt nur die Höhe an, wo die Krone eines Baumes beginnt. Aber die Stammhöhe sagt nicht aus, wie hoch der Baum einmal wachsen wird, das ist eine Frage der Wuchsstärke (siehe dort).
Unsere Obst-Buschbäume haben eine Stammhöhe von 50-60cm, der so genannte Viertelstamm 80-100cm, der Halbstamm etwa 120-140cm und der Hochstamm 160-180cm Stammhöhe, auch einige wenige ´Super´-Hochstämme mit einer Stammhöhe von über 200cm sind bei uns erhältlich.

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Standort:
Obstbäume sind für einen geschützten, sonnigen Standort sehr dankbar. Die Sonne ist sehr wichtig für ein volles Aroma der heranreifenden Früchte. Auch sollte der Standort so gewählt werden, dass Wind Zugang zu den Blättern hat. Wind und Sonne sorgen dafür, dass die Blätter bei Feuchtigkeit schnell abtrocknen, und dadurch eine Minderung der Anfälligkeit gegenüber von Pilzkrankheiten wie z.B. Schorf, Mehltau, Rost, usw. erreicht wird.
 

Boden und Düngung:

Da Obstbäume zu den Rosengewächsen gehören, und da einige Arten dem Boden einseitig bestimmte Nährstoffe entziehen, kommt es im Laufe der Jahre zur so genannten Bodenmüdigkeit. Deshalb sollte man vor allem nicht wieder ein Steinobst (Marille, Kirsche, Zwetschke, Marille,….) dorthin setzen, wo schon Steinobst gestanden hat. Das gleiche gilt aber auch für Kernobst, auch wenn hier die Bodenmüdigkeit nicht ganz so ausgeprägt ist.
Grundsätzlich soll der Boden für Obstbäume durchlässig, humos und nährstoffreich sein. Er sollte nicht zu trocken, aber auch nicht zu nass sein, es ist unbedingt Staunässe im Wurzelbereich zu vermeiden. Wobei zB. Zwetschken mehr Feuchtigkeit vertragen im Gegensatz zur Kirsche, die eher einen trockeneren Standort bevorzugen. Da meistens nicht genügend Nährstoffe zur Verfügung stehen, ist es sinnvoll, mit Kompost, Mist, Mulch, organischen Düngern, usw. nachzubessern.  
 
Pflanztiefe:
Die meisten Obstbäume werden okuliert. Das heißt, dass die Ver- tl_files/Kerstin/PFL_7_Pflanzschnitt.png
edelungsstelle knapp über dem Boden zu sehen ist. Dabei wurde  
ein Auge (Knospe) einer Edelsorte mit einem Stück Rinde unter  
die Rinde der Unterlage gesetzt, und daraus entwickelte sich der  
Edeltrieb. Diese Stelle erkennt man an einem kleinen Wulst am  
Stamm.
Beim Pflanzen muss diese Veredelungsstelle auf jeden Fall über  
Bodenniveau kommen. Unsere Faustregel besagt: die oberste  
Wurzel zwei fingerbreit hoch unter der Erde ist optimal für das  
Weiterwachsen des Obstbaumes und die Veredelungsstelle ist auf  
jeden Fall an der Luft.
Obstbäume, welche in Kronenhöhe veredelt wurden, werden wie  
unter bei ´Grundsätzliches´ beschrieben, gepflanzt.
 
Pflanzschnitt:
Am üblichsten ist der Pflanzschnitt nach oder vor dem Einpflanzen.
Manche sind aber auch der Meinung, dass immer erst im Frühjahr,  
auch bei einer Herbstpflanzung, geschnitten werden soll. Nun,  
darüber streiten sich sogar Experten, was nun letztendlich besser  
ist.
Wir schneiden die Obstbäume eigentlich immer gleich beim Ein-
setzen. Bei 3-5 Leitästen (Seitenäste) werden die Triebe um ca. die  
Hälfte bis zu zwei Drittel eingekürzt. Immer so, dass das letzte  
Auge nach außen schaut, und die Krone dadurch in die Breite  
wächst. Wenn dann noch diese Leitäste in einer Waage (Saft-
waage) sind, wäre es perfekt, in der Praxis ist dies aber oft nicht  
wirklich durchführbar. Der Mitteltrieb wird um ca. 20cm länger  
gelassen.

Säulenobst:
Säulenobstbäume sollen schmal wachsen und tun das normalerweise auch, da es sich um spezielle Züchtungen handelt, die, für mich überraschend, großteils sehr winterhart sind. Trotzdem kommt es immer wieder mal vor, dass Seitentriebe gebildet werden, die dann auf etwa 5cm eingekürzt werden sollten. Wird die Pflanze allerdings irgendwann einmal zu hoch, so muss der Haupttrieb eingekürzt und wieder ein einzelner Trieb in die Höhe gezogen
werden.
Säulenobstbäume werden häufig als Kübelpflanzen genutzt. Regelmäßiges Düngen, Wässern. Umtopfen muss selbstverständlich sein. Der erste Topf sollte 20-25 Liter Substrat fassen. Im Winter ist darauf zu achten, dass der Topf nicht ganz durchfrieren kann. Am besten stellt man die Pflanze direkt auf den Boden, den die Erdwärme trägt dazu bei, dass der Topf nicht so schnell gefriert. Ein Standort direkt am Haus ist ebenfalls hilfreich, eine zusätzliche
Abdeckung mit Laub, Reisig, Vlies oder dgl. sinnvoll.
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Sollten bei den nun folgenden Einzelbeschreibungen Hinweise zum Einpflanzen fehlen, so gelten die Punkte der grundsätzlichen Anleitung, ebenso, wenn Pflanzen nicht namentlich genannt sind, wir diese aber in unserem Sortiment haben.
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Mispel – Mespilus germanica
Für die Mispel gilt das Gleiche wie für die Obstbäume allgemein. Bei der Pflanzung ist allerdings darauf zu achten, dass sie genügend Platz erhält, da sie zwar nicht sehr hoch, dafür aber sehr breit wird.
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Maroni – Edelkastanie – Castanea sativa
Die beste Pflanzzeit ist das zeitige Frühjahr, sobald der Boden offen und keine allzu starken Spätfröste mehr zu befürchten sind.
Der Boden für Maroni sollte nicht zu kalkhaltig sein, der pH-Wert sich eher im neutralen bis leicht sauren Bereich bewegen. Auch sandige Böden mit entsprechendem Humusgehalt kommen in Frage. Schnittmaßnahmen sind grundsätzlich nicht erforderlich. Veredelte Maroni benötigen einen Pflanzabstand von etwa 6-8m, wenn sie im Verband gepflanzt werden.
Zur optimalen Befruchtung ist eine zweite Sorte notwendig, da es sonst nur ´taube´ Maroni gibt. Die Früchte sollten nach der Ernte luftig getrocknet werden, damit es zu keiner Schimmelbildung kommt.
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Walnuss – Juglans regia
Walnüsse pflanzt man im Frühjahr, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind. Unsere angebotenen Pflanzen und Sorten werden hauptsächlich als Ballen- oder Topfware herangezogen, was ein 100 %iges Anwachsen sicherstellt. Je nach Sorte ist mit einem Standraumbedarf von 60-über 100 m² zu kalkulieren. Zur besseren Befruchtung ist unbedingt ein zweiter Baum in der Umgebung notwendig (Windbestäuber – Abstand bis zum nächsten
Baum je nach Windrichtung einige hundert Meter). Geschnitten werden Walnussbäume grundsätzlich nur in der völligen Saftruhe ca. Ende Februar bis Anfang März bei Plusgraden, damit sie nicht ´ausbluten´. Als zweiter idealer Schnittzeitpunkt ist die Ende August bis September zu nennen, wenn die Triebe ihr Wachstum für die laufende Vegetationsperiode bereits abgeschlossen haben und eine Verheilung der Schnittstellen noch optimal passiert.
Die Nüsse sollten, wie bei den Maroni, unbedingt nach der Ernte getrocknet werden, bevor sie eingelagert werden.
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Haselnuss – Corylus avellana
Diese Fruchtsträucher stellen keine hohen Bodenansprüche. Wurzelnackte Pflanzen sollten beim Einpflanzen auf ein Drittel ihrer Länge eingekürzt werden. Topf- und Ballenpflanzen brauchen gar keinen Schnitt. Es ist aber unbedingt notwendig, verschiedene Fruchtsorten zu pflanzen, um die gegenseitige Befruchtung sicherzustellen.
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Eberesche, Vogelbeere – Sorbus aucuparia
Die essbaren Ebereschen stellen keine großen Ansprüche an Boden und Klima und wachsen auch noch bis in Höhenlagen, soferne die Wasserversorgung gewährleistet ist. Leichte und leicht saure Böden sind vorteilhaft, aber kein unbedingtes Muss. Ein Pflanzabstand von 4m gilt als optimal.
Je nachdem, ob man mehr strauchartige Ebereschen oder eher baumartige wünscht, wird beim Pflanzschnitt vorgegangen. In den ersten Jahren nach der Pflanzung sollte immer wieder ein Erziehungsschnitt durchgeführt werden, damit ein starkes Astgerüst aufgebaut werden kann, welches später das doch beträchtliche Gewicht der Fruchtdolden tragen kann. Dann ist nur mehr hin und wieder ein Auslichtungsschnitt notwendig, wenn überhaupt.
Zur Ernte werden die Fruchtdolden abgebrochen, wobei darauf zu achten ist, dass die Blütenknospen, die gleich nach dem Fruchtstiel sitzen, und die für die Früchte im darauf folgenden Jahr zuständig sind, nicht ramponiert werden. Der Erntezeitpunkt ist je nach Witterung ca. Anfang September, vollreif sind die Früchte dann etwa 3-4 Wochen später.
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Speierling – Sorbus domestica
Der Sperberbaum, auch noch Schmerbirne genannt, liebt eher trockene bis frische, kalkhaltige Lehmböden und gedeiht am besten in wärmeren Lagen, vollsonnig bis halbschattig. Es sind keine besonderen Pflegemaßnahmen erforderlich, nur gelegentliches Auslichten.
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Elsbeere – Sorbus torminalis
Sie liebt eher trockene bis frische, nährstoffreiche, kalkhaltige, durchlässige Böden und einen sonnig bis halbschattigen Standort. Je nach Verwendungszweck richten sich auch die Schnittmaßnahmen.
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Holunder – Sambucus nigra
Der Holunder bevorzugt feuchtere Standorte und humose, nahrhafte Böden in sonniger bis schattiger Lage. Er trägt am einjährigen Holz, was bei den Schnittmaßnahmen zu bedenken ist. Den Holunder kann man auch als Stamm ziehen. Er bildet dann eine leicht überhängende Krone und es ergibt sich ein sehr dekoratives Aussehen. Um dies zu erreichen, wird nur ein Trieb in die Höhe gezogen und in der Höhe der gewünschten Krone angeschnitten. Die
Pflanze treibt nun unterhalb des Schnittes aus. Von diesen Austrieben lässt man die oberen 5-7 Triebe stehen, alle anderen werden entfernt. Diese 5-7 Leittriebe werden im kommenden Jahr auf ca. 5cm kurzgehalten, worauf sich wieder Leittriebe mit Blüten und Früchten bilden.
Alle anderen Austriebe werden gänzlich entfernt. Dieser Vorgang wiederholt sich jährlich. Noch was so nebenbei: Holunder darf nur in gekochter Form verwertet werden.
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Felsenbirne – Amelanchier
Felsenbirnen sind sehr anspruchslos und wachsen auf allen normalen Gartenböden und kommen auch mit halbschattigen Standorten sehr gut zurecht. Keinesfalls an zu feuchte Stellen setzen.
Ein Rückschnitt ist möglich und bewirkt eine kompaktere Pflanze.

Kornelkirsche – Cornus mas
Auch Dirndlstrauch genannt. Eigentlich liebt er/sie Halbschatten, kommt mit voller Sonne aber auch blendend zurecht. Der Boden sollte humos, kalkhaltig, frisch bis trocken sein, kommt aber auch mit angesäuerten Böden sehr gut zurecht. Es ist ratsam, zwecks besserer Befruchtung zu den veredelten Sorten eine wilde Form, Cornus mas, in der Umgebung dazuzusetzen.
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Sanddorn – Hippophaea rhamnoides
Der Sanddorn ist ein kalkholder, lichthungriger, Ausläufer treibender Großstrauch, der sehr genügsam und anspruchslos ist. Er ist gut salzvertragend, sehr windfest und wenig pflegeaufwendig. Diese Pflanzen sollten keinesfalls mit Stickstoff gedüngt werden, allenfalls ist der Boden aufzukalken.  
Die Früchte werden im Oktober reif und haben einen sehr hohen Vitamingehalt, sie sollten bei der Ernte etwas weich geworden sein. Verschiedenste Praktiken haben sich bei der Ernte schon bewährt.
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Goji-Beere – Lycium barbarum
Der auch Teufelszwirn, Bocksdorn, Wolfsbeere, usw. genannte Strauch ist ein sehr anspruchsloses Gehölz, das Trockenheit, volle Hitze und karge Sandböden sehr gut verträgt.
Nach dem Einsetzen und die beiden weiteren Jahre sollten die langen Jahrestriebe um die Hälfte gekürzt werden, um einen stabileren Strauch zu erhalten. Benötigt sonst keinerlei Schnittarbeiten.
 
Indianerbanane – Asimina triloba
Auch Paw Paw oder Papau genannt. Diese Pflanzen benötigen einen sonnigen bis halbschattigen, geschützten Standort in warmen Klimaten mit nährstoffreichen, Feuchtigkeit haltenden Böden. Durch die sehr große Blattmasse benötigt die Asimina im Sommer relativ viel Wasser und Nährstoffe, sowohl sie naturgemäß eher hellgrüne Blätter hat. Die Baumscheibe ist unbedingt mit Kompost oder Mulch abzudecken, um ein Austrocknen zu verhindern. Schnittmaßnahmen sind nicht durchzuführen.
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Schlehe – Prunus spinosa
Auch Schwarzdorn genannt, verträgt trockene, magere bis frische, nährstoffreiche, steinige, kalkhältige bis mäßig saure Böden in vorzugsweise sonniger Lage, bedarf keiner Pflegearbeiten, ist aber sehr schnittverträglich.
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Apfelbeere – Aronia
Die Aronie hat verhältnismäßig geringe Bodenansprüche, ein pH-Wert um 6,0 gilt als ideal. Beim Einpflanzen sollte der Topfballen 5cm unter der Erdoberfläche sein. Der Schnittaufwand ist gering, im Abstand von einigen Jahren sind lediglich Auslichtungsschnitte vorzunehmen.
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Maibeere – Lonicera kamtschatica
Auch Honigbeere, Lenzbeere oder Sibirische Blaubeere genannt. Diese Beerensträucher haben am liebsten einen halbschattigen Standort, vertragen aber auch tiefen Schatten und direkte Sonne ganz gut. Sie wollen einen nährstoffreichen, frischen, auch lehmigen Boden, fühlen sich jedoch in humoser Erde wohler. Ein Auslichtungsschnitt sollte nach etwa dem 4. Standjahr erfolgen.
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Himbeere – Rubus idaeus
Himbeeren werden im Hausgarten ca. 30cm weit auseinander eingepflanzt. Ein tiefgründiger, humusreicher Boden ist sehr vorteilhaft, stauende Nässe ist unakzeptabel. In den Sommermonaten ist aber unbedingt regelmäßig zu wässern, um eine gute Ernte zu erzielen. Der Boden sollte abgedeckt werden, da eine tiefere Bodenbearbeitung aufgrund der Wurzelaustriebbildung ausscheidet.
Himbeeren verbreiten sich sehr schnell, um einem zu dichten Bestand entgegen zu wirken, sollten nur gesunde Ruten stehen gelassen werden, pro lfm ca. 12 Ruten. Nach der Ernte werden die abgetragenen Triebe dicht über dem Boden abgeschnitten und entfernt. Bitte nicht liegen lassen, denn das könnte diverse Krankheiten begünstigen. Aus den verbliebenen Jungtrieben werden dann im nächsten Jahr die Fruchttriebe.
Bei herbsttragenden oder mehrmals tragenden Himbeeren der neueren Generation werden alle Ruten nach der Ernte ebenerdig abgeschnitten, da diese an den einjährigen Trieben fruchten. Am einfachsten werden die Himbeeren an einem freistehenden Spalier gepflanzt.
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Brombeere – Rubus fruticosus, Japanische Weinbeere – Rubus phoenicolasius
In Gunstlagen benötigen diese beiden Arten keine besonders guten Böden. Auf Seehöhen ab 500m ist es jedoch ratsam, ihnen zumindest normalen Gartenboden und vollste Sonne zu vergönnen, da sonst die späteren Sorten nicht mehr ordentlich ausreifen können. Die Pflanzen sollen so tief gesetzt werden, dass 5cm Erdreich über dem Topfballen sind. Bei einem Pflanzabstand von etwa 2-2,5m an einem festen Drahtgerüst freistehend oder an der Wand
fühlen sie sich richtig wohl. An Pflegearbeiten fallen eigentlich nur das entfernen abgetragener Ruten sowie das Anbinden an die Drähte an.
Eine Ausnahme macht hier die Brombeersorte Navaho, auch Arkansas Brombeere genannt. Diese hat einen strauchartigen, aufrechten Wuchs und benötigt kein Gerüst.
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Taybeere, Dorman red – Rubus parviflorus x Dorsett, Purple Raspberry –
Glen Coe – Rubus x neglectus,  
Diese Arten und Sorten benötigen einen trockenen bis frischen, humosen Gartenboden in voller Sonne. Sie werden an ein festes Drahtgerüst freistehend oder an der Wand gepflanzt. Abgetragene Ruten werden nach der Ernte zurückgeschnitten. Ein gelegentliches Auslichten fördert die Fruchtqualität.
 
Stachelbeeren, Jostabeeren, Ribisel-Johannisbeeren – Ribes
Diese Arten stellen keine besonderen Bodenansprüche. Je nach Art sollte der Pflanzabstand in der Reihe 1-1,5m sein. Die Pflanzen werden als Wurzelware so eingesetzt, dass die untersten Zweige knapp über dem Boden sind, die Triebe werden auf ca. ein Drittel zurückgenommen.
Solche mit Topfballen brauchen nicht geschnitten werden und kommen ca. 5cm tiefer als das Niveau. Langfristig werden bei Johannisbeeren immer 9-12 und bei Stachelbeeren 7-10 Triebe stehen gelassen. Dabei werden nach der Ernte oder im Winter die ältesten immer entfernt, so, dass die jüngsten und kräftigsten Triebe stehen bleiben.  
Bei Bäumchen dieser Arten verhält es sich genauso. Diese müssen allerdings unbedingt an einem Pflock mit 8er-Schleife angebunden und laufend kontrolliert werden.
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Erdbeere - Fragaria
Der Boden sollte durch Zugabe von Kompost verbessert werden, so dies notwendig ist. Gute Durchlüftung, hoher Humusgehalt und eine Pflanzstelle, die nach Niederschlägen wieder rasch auftrocknet, sind weitere wichtige Einzelheiten, um gesunde Erdbeeren aus dem eigenen Garten ernten zu können. Je nach Pflanzschema setzt man 5-10 Pflanzen je m², meistens in der Zeit von Ende Juli bis September. Dabei ist darauf zu achten, dass das ´Herz´ der Jungpflanzen nicht unter die Erde kommt.  
Eine Abdeckung der Oberfläche mit Mulch, Häcksel oder Stroh ist in mehrerlei Hinsicht sinnvoll. Die sich bildenden Ranken sind zeitig zu entfernen, damit der Pflanze genügend Kraft bleibt, um hochwertige Früchte auszubilden.
Nach der Ernte im 2. Standjahr müssen die Blätter bis kurz über dem Boden eingekürzt werden, das verhindert das Überwintern von diversen Krankheiten und Schädlingen.
Besonders gewiefte Gartenbesitzer nehmen zu dieser Tätigkeit einfach den Rasenmäher mit frisch geschliffenen Messern und Grasfangsack und diese Arbeit ist in einem Durchgang erledigt.  
Nach der dritten oder vierten Ernte sollte ein neues Beet an einer anderen Stelle im Garten angelegt werden, da Erdbeerpflanzen den Boden zu einseitig auslaugen.
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Rhabarber – Rheum rhaponticum
Er liebt halbschattige, tiefgründige Standorte. Das erste Wachstumsjahr im eigenen Garten dient ganz und gar dem Wachstum. Ab dem zweiten Jahr kann auch geerntet werden. Dazu werden die Stengel sorgfältig ausgebrochen. Die Erntezeit dauert bis etwa Ende Juni, spätestens dann, wenn der Rhabarber zu blühen beginnt.
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Weinrebe – Vitis vinifera
Reben kann man bei uns im zeitigen Frühjahr als Wurzelware und das  tl_files/Kerstin/PFL_8_Wein.png
ganze Jahr über als Topfpflanzen beziehen und pflanzen. Sie lieben die
Sonne, am liebsten ist ihnen ein Platz an einer südlichen Hauswand.  
Der Boden sollte tiefgründig und gut durchlüftet sein. Die Reben müs-
sen so tief gepflanzt werden, sodass nur mehr die Veredelungsstelle  
eine Handbreit aus der Erde schaut. Im Normalfall schaut dann nur  
mehr der mit Wachs überzogene Trieb heraus.  
Meistens bekommt die Rebe ein stabiles Spalier, an der die Triebe  
immer wieder angebunden werden. Die Seitentriebe (bei Topfware)  
werden auf 2 Augen eingekürzt. Hieraus entwickeln sich die späteren  
Fruchttriebe. Das obere Auge dient als Hauptrute, das untere als  
Ersatzrute. Der obere Trieb soll den Ertrag bringen. Die Ersatzrute  
dient als Fruchtrute für das nächste Jahr, denn die obere Rute wird  
nach dem Tragen ganz entfernt und die Ersatzrute wieder auf zwei  
Knospen zurückgenommen, dann wird wieder wie vorher verfahren.
Jungtriebe, welche aus seitlich der Tragrute entstehen wollen, sind  
ständig auszubrechen.
Sollte die Weinrebe aber eine Pergola beranken oder einen Sitzplatz beschatten, so gelten diese Schnittregeln natürlich nicht.
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Kiwi – Actinidia arguta, Actinidia deliciosa
Ob nun die kleinfruchtigen Mini-Kiwi oder die behaarten großfruchtigen ´Neuseeland´-Kiwi, beide sind Schlingpflanzen, lieben die Sonne, mögen guten Boden und wachsen sehr stark. Bei beiden Arten gibt es männliche und weibliche Sorten und solche, die sich selbst befruchten.  
Bezüglich Winterhärte gibt es allerdings einen gravierenden Unterschied. Während die kleinfruchtigen auch unser Waldviertler Klima mit Dauerfrösten und Temperaturen bis minus 30 Grad Celsius ohne Schutz problemlos überstehen, ist den großfruchtigen Verwandten der Platz in wärmeren Gefilden doch um vieles lieber. 
Der Form- oder Auslichtungsschnitt erfolgt im Februar bei Plusgraden und im August ist der Sommer- oder Grünschnitt dran, bei dem die langen, nicht tragenden Triebe eingekürzt werden.
Geerntet wird Ende September bis Anfang November, wobei darauf zu achten ist, dass die Früchte zuvor keinem all zu starken Frost ausgesetzt waren. Kiwi reifen dann im Lager aus.
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Feige – Ficus carica
Die Feige braucht einen vollsonnigen und vor allem geschützten Standort. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an die Bodenbeschaffenheit. Sie kann, vorausgesetzt im Frühjahr ausgepflanzt, ohne weiters Temperaturen bis minus 15 Grad ertragen, ist jedoch empfindlich für kalte Winde bei Minusgraden. Deshalb sollten die Triebe im Winter geschützt werden, indem man sie z.B. mit luftdurchlässigem Vlies einwickelt, dazwischen noch Laub oder Stroh
stopft. Zusätzlich sollte der untere Bereich mit Reisig und Stroh abgedeckt werden. Tritt trotzdem ein Frostschaden auf, regeneriert sich die Feige in der Regel aus dem Wurzelstock.
Feigen werden normalerweise im September geerntet. Hierbei ist darauf zu achten, dass nur Früchte gepflückt werden, die sich leicht vom Zweig lösen, denn nur diese sind ausgereift.
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Maulbeere, weiß und schwarz – Morus alba, Morus nigra
Maulbeeren benötigen einen tiefgründigen, nährstoffreichen Boden, am besten in voller Sonne, in Gunstlagen. Bei der Pflanzung sollte der Ballen ca. 5cm tiefer als das Niveau gesetzt werden. Ein abdecken der Pflanzscheibe mit Mulch, Rinde, usw. ist günstig. Für die ersten Jahre empfehlen wir Winterschutz. Weitere Pflege- oder Schnittmaßnahmen sind nicht notwendig. Lediglich abgestorbene Äste sind von Zeit zu Zeit zu entfernen.
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Kaki – Diospyrus kaki
Die Kaki-Pflanzen benötigen einen vollsonnigen Standort. Sie fühlt sich fast in jedem Gartenboden wohl, am liebsten wächst sie in einem sandig-lehmigen Boden, der nahezu pH-neutral ist. Unsere älteren Kaki-Bäume sind bereits genügend abgehärtet, sodass sie nach ihrem Erwerb gleich ausgepflanzt werden können. Je nach Lage ist ein Winterschutz wie bei den Feigen angeführt, empfehlenswert. Junge Pflanzen sollten noch 2-3 Jahre im Container
bleiben und nahezu frostfrei überwintert werden. Eine nicht beheizte Garage, wo es kurzzeitig auch mal minus 5 Grad hat, macht den Pflanzen gar nichts aus.
Schnittmaßnahmen sind am besten im Februar-März durchzuführen, so dies erwünscht ist. Für den privaten Bedarf ist nicht unbedingt ein Schnitt erforderlich.
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Waldheidelbeere, Preiselbeere – Vaccinium myrtillus, - vitis-idaea
Sonnig bis halbschattig, der Boden trocken bis leicht frisch, humos, sauer und nährstoffarm, mit einem pH-Wert von maximal 5,0 – so sehen die Bedürfnisse unserer heimischen Heidel- und Preiselbeeren aus. Die Pflanzflächen sollten daher ´sauer´ gemacht werden. Am besten erreicht man dies, indem man mindestens die Hälfte des Aushubes durch Nadelstreu, Rindensubstrat, Laubkompost und dergleichen ersetzt. Die Pflanzen werden etwas tiefer als im Topf eingesetzt und der nackte Boden mit Rinde abgedeckt. Das ist besonders wichtig, da es sich bei diesen Beerensträuchern um ausläuferbildende Flachwurzler handelt.
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Moosbeere - Cranberry, Rauschbeere, Allackerbeere – Vaccinium
oxycoccus, -macrocarpon, -uliginosum, Rubus arcticus var. stellarcticus
Die Standortbedürfnisse sind grundsätzlich die gleichen wie die der Waldheidelbeeren, nur mit dem Unterschied, dass Feuchtigkeit ohne weiteres vertragen bzw. sogar erwünscht ist.
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Gartenheidelbeere – Vaccinium corymbosum
Grundsätzlich die gleichen Bedürfnisse wie die Waldheidelbeere, jedoch vollsonnig und bei guter Feuchtigkeit. Zur besseren Befruchtung immer verschiedene Sorten pflanzen. Laufende Schnittarbeiten sind nicht notwendig, ältere Triebe sollten nach ein paar Jahren immer wieder zurückgesetzt werden, damit sich die Sträucher verjüngen können
Gedüngt wird mit organischen oder organisch/mineralischen Düngern im April/Mai: 20 –30 g/m². Im Juli wiederholen.
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Rosen
Rosen lieben sonnige und warme Standorte. Da viele Rosen anfällig für Pilzkrankheiten sind, sollte ein luftiger Platz gewählt werden, die Rosen nicht zu eng gesetzt werden und auch nicht zu viele Begleitpflanzen gleich zwischen die Stöcke gepflanzt werden. Der Boden sollte tiefgründig, nährstoffreich, humos und keinesfalls verdichtet sein. Sandiger Lehmboden oder lehmiger Sandboden, vermischt mit Kompost gefällt ihnen am besten.
Wurzelnackte Rosen werden nach dem Erhalt erst einmal einige Stunden ins Wasser gestellt, damit sich die Wurzeln und Triebe so richtig vollsaugen können.  
Vor dem Pflanzen werden die Wurzeln mit einem glatten Schnitt eingekürzt. Dann werden die Rosen so eingepflanzt, dass die Veredelungsstelle etwa 3-5cm unter die Erde kommt. Danach wird kräftig angegossen und zum Schutz vor Frost und Austrocknung 15cm hoch angehäufelt.
Bei der Herbstpflanzung werden die Triebe leicht gekürzt, um ca. ein Drittel. Im Frühjahr, wenn die gröbere Frostgefahr vorbei ist, und die Rosen schon austreiben, wird abgehäufelt. Dabei werden die einzelnen Triebe auf ca. 10cm zurückgeschnitten.
Rosen sollten nicht ´über Kopf´ gegossen werden, sondern immer so, dass die Blätter womöglich nicht nass werden. An Pflegearbeiten fallen den Sommer über das entfernen der abgeblühten Knospen an, wobei man immer das nächste Blatt am Stiel auch mit wegschneidet.
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Moorbeetpflanzen
Diese Pflanzen lieben alle einen sauren Boden. Der Standort soll sonnig bis halbschattig sein, der Boden frisch, humos, sauer, mit einem pH-Wert von maximal 5,0. Die Pflanzlöcher oder -flächen sollten daher ´sauer´ gemacht werden. Am besten erreicht man dies, indem man mindestens die Hälfte des Aushubes durch Nadelstreu, Rindensubstrat, Laubkompost und dergleichen ersetzt. Die Pflanzen werden etwas tiefer als im Topf eingesetzt, damit eine Mulde entsteht, wo sich das Regenwasser sammeln kann. Da die meisten Moorbeetpflanzen Flachwurzler sind, ist es wichtig, dass der nackte Boden mit Rinde abgedeckt wird.
Gedüngt wird mit organischen oder organisch/mineralischen Düngern im April/Mai: 20 –30 g/m². Im Juli wiederholen.
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Clematis – Waldrebe
Je nach Art wollen Clematis einen sonnigen bis schattigen Standort. Jeder normale, humose Gartenboden ist geeignet, zuviel Lehm ist nicht optimal. Die Clematis werden so tief eingesetzt, dass die ersten Augenpaare noch unter die Erde kommen. Bei einer Herbstpflanzung ist ein Anhäufeln mit Kompost zu empfehlen.
Bei den Clematis gibt es drei sogenannte Rückschnittgruppen:
Gruppe 1: Nicht zurückschneiden, die Pflanzen legen die Frühjahrs-Blütenknospen im Sommer und Herbst des Vorjahres an, wenn zurückgeschnitten werden ´muss´, dann nach der Blüte.
Gruppe 2: Leichter Rückschnitt, je nach Winter auf 0,5-1,0m, vor allem bei zweimal Blühenden zu empfehlen, Blüte ist am vorjährigen und neuen Austrieb.
Gruppe 3: Jedes Jahr kräftig zurückschneiden, bis 20-50cm, vor allem bei den sommerblühenden Sorten. 
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Kamelie - Camellia

Standortbedürfnisse: geschützt vor trockenen Winterostwinden. Wechselschattig im Winter, viel Licht im Sommer (keine extreme Südseite) fördert den Blütenknospenansatz. Kamelien haben etwa die gleichen Wachstumsbedingungen wie Azaleen und Rhododendron.
Kamelien bevorzugen einen leicht sauren (ph 4,5 – 5,5), durchlässigen und waldhumusähnlichen Boden. Torf, Laub- und Rindenhumus sowie Nadelstreu sind ideale Bodenverbesserer.
Gepflanzt wird im Frühjahr, bis spätestens Ende Juni, damit die Pflanzen während des Sommers noch gut einwurzeln können. Die Pflanzballen 2 – 3 cm tiefer als die Ballenoberfläche setzen, gut andrücken und kräftig einwässern. Eine Umpflanzung ist auch nach Jahren problemlos möglich. Gedüngt wird mit organischen oder organisch/mineralischen
Düngern im April/Mai: 20 –30 g/m². Im Juli wiederholen.
Spezielle Hinweise für Mittelsgebirgslagen:
Unter klimatisch härteren Wachstumsbedingungen, wie z.B. in den Mittelgebirgen mit früh einsetzenden Frostperioden und tiefen Temperaturen, sollten zumindest 4 Jahre alte Kamelien in der Zeit von April bis Ende Mai und nur an geschützten Standorten im Garten gepflanzt werden.
Von November bis Anfang März ist es sinnvoll, den Wurzelbereich mit z.B. Kiefernadeln oder Laub abzudecken, wobei die Schichthöhe mindestens 10 cm betragen soll. Von Ende Dezember bis März schützt eine lichte Abdeckung mit Tannen- oder Kiefernzweigen, die neben die Pflanzen in die Erde gesteckt und gegen die Pflanzen gedrückt werden, vor Kahlfrösten.
Bei Kamelien, die über den Winter in Töpfen oder Pflanzgefäßen bleiben sollen, ist zu verhindern, dass der Wurzelballen durchfrieren kann. Lösung: Pflanzen während Starkfrostperioden in Stallungen oder ungeheizte Räume umstellen, alternativ das Gefäß in eine dicke Laubschicht einfüttern.
 
       Mit freundlichen Grüßen
         Ihr Gärtnermeister