Zu allererst die Erklärung für eine (von einigen) Neuerung ab diesem Jahr. Vielen Kunden und Kundinnen hat der Umstieg der Sortimentsliste auf dieses jetzige Format sehr gut gefallen. Und in diesem Zusammenhang möchte ich mich auch für die vielen lieben Glückwünsche und Anerkennungen ganz besonders bedanken. Gleichzeitig kam aber auch des öfteren Kritik dazu, dass es ja eigentlich schade ist, jedes Jahr etwas so umfangreiches zu produzieren, gerade dann, wenn sich das Sortiment nur geringfügig verändert. Ja, und deshalb, und aus Gründen der Nachhaltigkeit, eben des beträchtlichen Zeitaufwandes, sowie der doch relativ hohen Druckkosten und noch einiger anderer Gegebenheiten, sahen wir uns veranlasst, unsere Sortimentsliste zweizuteilen.
Teil 1 besteht nun aus der jährlich neu erscheinenden Preisliste mit einigen informativen Seiten und ist weiterhin kostenfrei zu beziehen bzw. wird unseren Kunden zugesandt.
Teil 2 ist unser neu genannter Sortiments-katalog und beinhaltet das Angebot wie bisher mit informativen Beschreibungen und tlw. auch Bildern, jedoch ohne Preise (diese sind im Teil 1 ersichtlich). Dieser jetzt 150seitige Katalog wird zukünftig gegen einen Herstellungsbeitrag von € 5,00 + € 1,00 für Versand abgegeben. Dieser umfangreiche Sortimentskatalog wird nicht jedes Jahr neu gestaltet werden, sondern je nach Sortimentsausbau oder -umbau, gegebenen Anlässen und Sonstigem geändert werden.
Und nun zu den fast schon üblichen ´Altigkeiten-Neueres´.
Das letzte Jahr 2009 wird uns sicher noch länger in Erinnerung bleiben, denn was sich da so alles abgespielt hat, geht schön langsam nicht mehr auf die sprichwörtliche ´Kuhhaut´, aber durchgehend ist das meiste positiv besetzt. Und das kommende Jahr wird sicher auch wieder einiges bringen, zumindest einen Teil davon wissen wir jetzt schon.
Nun, angefangen hatte dieses Jahr gar nicht so positiv, denn nach Erledigung so gut wie fast aller Winterarbeiten wollte und wollte es einfach nicht Frühling werden. Bereits Ende März sah es so aus, als ob es warm werden würde, aber anstatt Regen und erwachender Natur gab´s bei uns Eis und Schnee. Daran konnte auch der ´heisse´ April nichts ändern, denn da hatten wir einfach zuviel Schnee. Und so kam´s, dass der Winter fast nahtlos in den Sommer überging. Am 26. April!!!! wurde bei uns im benachbarten Karlstift die letzte Langlaufloipe geschlossen, und der Winter ´offiziell für beendet erklärt´.
Diese Kapriolen warfen unsere Vorhaben und Ambitionen für das ganze Jahr schon ganz schön durcheinander, denn wir waren mit jedem Handgriff, den wir taten, ganz einfach zu spät dran.
Ein weiterer Wermuthstropfen betrifft eine pflanzliche Seite, nämlich die Moltebeere, Rubus chamaemorus. Diese vor allem in Schweden beheimatete ´myrbär´ oder ´cloudberry´, die in Mitteleuropa nur im böhmischen Riesengebirge vorkommt, mussten wir, wie bereits angekündigt, entgültig aus dem Programm nehmen, da die Vermehrung nicht geklappt hat. Diese Tatsache tat mir auch persönlich weh, da mich etwas Besonderes mit der Heimat dieser Beere verbindet. Wenn irgendwie einmal jedoch Zeit bleibt, werde ich mich nochmals von Grund auf mit dieser Pflanze beschäftigen.
Übers Jahr war es dann wettermäßig ähnlich den vorangegangenen, viel Feuchtigkeit, dafür wärmer. In die Apfel-Blütezeit hatte es leider ´hineingeregnet´, was sich nach den nicht optimalen Bedingungen des letzten Jahres umso negativer auf die Fruchtqualität auswirkte. Eine der wenigen Sorten, die mit diesen Bedingungen ohne Probleme zu Rande kam, war der ´Schöne aus Wiltshire´, in Bayern auch unter ´Weiße Wachsrenette´ bekannt. Die Früchte dieser Sorte waren ausgesprochen gesund und nicht ein Tüpfelchen von Schorf war zu sehen, und das, obwohl Sorten mit Schorf gleich daneben standen.
Mit der Reifezeit nahmen es manche Sorten dieses Jahr auch nicht so genau. Einige Sommersorten waren im Oktober noch genießbar, einige Wintersorten bereits im September. Eine Kaltwetter-phase anfangs August bescherte uns 3 Wochen später schönste Apfelblüten. Den Vogel schoss aber unser unter dem Vordach geschützt stehender Blutpfirsich ab, dessen Früchte haben wir zum Obstbaumtag Mitte Oktober geerntet und verspeist.
Apropos Obstbaumtag: So im Durch-schnitt jedes 3. Jahr feiern wir diesen mit Schnee. Heuer war es anscheinend wieder einmal soweit – leider. Gut 1 Woche vor dem Obstbaumtag, am 8. Oktober, fiel der erste Schnee, dann ein paar Tage wenig, und dann bis zum 17. jeden Tag. Dadurch mussten wir alles unter Dach bringen, denn draußen hatte es grimmige Minus-Grade. Sortenanzahlmäßig zum Verkosten hatten wir gerade einmal halb so viele Sorten als im vorigen Jahr, das hatte sich aber schon abgezeichnet, aber dafür mit ein paar ausgefallenen Schmankerl wie Abbé Fetel, Batullenapfel, Gehrers Rambour, Zuccalmaglio und einige, teils unbekannte Sorten.
Am Tag danach kam der ORF und machte mit Karl Ploberger einen Dreh - und das bei schönstem Winterwetter, die Leute konnten das fast nicht glauben. Als die Aufnahmen dann im Dezember auf Sendung gingen, haben die tiefverschneit-en Sequenzen besonderen Eindruck gemacht, zumal bei uns dieser Schnee ja gar nicht mehr da war.
Jedenfalls war eine Woche nach dem Obstbaumtag von der weißen Pracht absolut nichts mehr zu sehen, und so konnte ohne Probleme bis Mitte Dezember in den Gärten gepflanzt werden.
Die Feierlichkeiten rund um und beim 25 Jahr-Jubiläum fanden in einem würdigen Rahmen statt. Das Wetter spielte leider gerade an diesem Samstag nicht ganz mit, vielleicht tut es dies ja beim nächsten Jubiläum. Personen aus Politik, Presse, Berufsstand, Klerus und viele, viele langjährige Kunden sowie ´Neugierige´ nahmen bei teils durchwachsenem Wetter daran teil. Der Freitag und vor allem dann der Sonntag zeigten sich jedoch von der schönen Seite. So kam es, so scheint mir, dass viele BesucherInnen eben erst am Sonntag kamen (obwohl am Samstag auch schon sehr viele Menschen da waren), jedenfalls ging´s ab Mittag so richtig rund.
Ich möchte allen ganz herzlich danken, die dazu beigetragen haben, dass aus diesen Jubiläumsfeierlichkeiten das geworden ist, was geworden ist. Spontan fallen mir da jetzige und ehemalige Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit Ihren Partnern ein, sowie viele Personen aus dem engeren und weiteren Familien- und Freundeskreis. Weiters Diakon Peter Neugschwandtner, der einst selber in der Gartenbaufach-schule Langenlois die Schulbank gedrückt hat, Hr. Prof. Mag. Roland Senk, der relativ kurzfristig für die Sonntags-Feldmesse sein Kommen zusagte, und dessen Worte mir noch heute in den Ohren klingen, dann Prinzessin Stephanie zu Fürstenberg, die ob Ihrer unkomplizierten, lebensfreudigen und liebenswürdigen Art als ´Taufpatin´ zur Verfügung stand. Auf einen Thomas Samhaber hinzuweisen, möchte ich auf keinen Fall vergessen, er leitete souverän durch den Festakt und durch seine PR-Kontakte kam ich unter andern auch zu einem Live-Interview in Ö1 mit Frau Andrea Hauer, auf das ich heute noch des öfteren angesprochen werde. Auch das Interview mit Frau Irena Rosc für den ´Falter´ ist mir in guter Erinnerung, ebenso die diversen TV-Aufzeichnungen.
Nach dem Jubiläum gönnten wir uns mal mehr oder weniger 1 Woche Pause, bevor es wieder mit vollem Elan weiterging. Es galt, alle Aufbauten für das Jubiläum wieder umzubauen bzw. Materialien davon gleich wieder weiterzuverwerten. Aus dem Grillplatz wurde ein Umtopf- und Substratlagerplatz, der Schankraum mit Tanzboden und Bühne wurde wieder Einschlag für die Obstbäume, aus einem Lagerraum wird eine Wohneinheit, und für eine neue KWB Heizungsanlage für Hackschnitzel aus eigener Verwertung, mit 6000 Liter Pufferspeicher wurden die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, die Anlage aufgebaut und 1 Woche vor Weihnachten in Betrieb genommen. Diese läuft seit diesem Zeitpunkt zu unserer vollsten Zufriedenheit.
Die Baumschulführungen mit anschließender Jause und Schnapsverkostung für unsere Kunden und Kurgäste, die alle drei Wochen stattfanden und auch dieses Jahr weitergeführt werden, waren durchgehend sehr gut frequentiert. Die Termine für das Jahr 2010 entnehmen Sie bitte unserem Veranstaltungskalender, oder die ganz aktuellen unserer Homepage.
Ein gutes Gartenjahr wünscht
Gärtnermeister Martin Artner.