Marillen

Mittlerweile ´testen´ wir bereits einige Jahre verschiedene Marillensorten, auch modernere Sorten sind schon dabei, auf ihre Tauglichkeit in unserem rauhen Waldviertel. Was dabei dann langfristig herauskommen wird, werden wir in ein paar Jahren wissen. Für´s erste schaut es aber nicht schlecht aus. Es sind großteils alte Sorten, die wir in bewährter Form auf Hauszwetschke zwischenveredeln bzw. auf eine Kricherl-Unterlage (St.Juliens-Pflaume) okulieren und kopulieren, die mit der Feuchtigkeit besser zurechtfinden. Dies ist meines Erachtens nach das Um und Auf, vor allem für all jene Gebiete, die mit, für österreichische Verhältnisse, durchschnittlichen Regenmengen bedacht werden. Denn so richtige Trockengebiete hat es die letzten Jahre zumindest in Österreich ja nicht wirklich gegeben. Und genau das hängt, glaube ich, auch damit zusammen, dass die Marillensorten aus der Türkei und aus den tibetanischen Verhältnissen in letzter Zeit nicht so gut gewachsen sind. Außer jenen, welche geschützt unter einem Vordach oder Dachvorsprung ihren Standort hatten, wo es, wie in ihrer Heimat, nicht soviel Wasser in Form von Niederschlägen gibt. Ein damit einhergehendes Problem bei den Marillen, und auch bei anderem Steinobst, war die letzten Jahre die Blütenmonilia oder Spitzendürre sowie der Bakterienbrand (Schrotschuss-Syndrom), gefolgt von Fruchtmonilia und Phytoplasmose. Diese genannten, und noch andere Krankheiten, sind dann auch oft der Auslöser für das sogenannte ´Schlagtreffen´ bei den Marillenbäumen gewesen, dass vor allem junge Bäume befällt. Wenn man aber einige grundsätzliche Dinge beachtet und mit den richtigen Mitteln arbeitet, bekommt man solche Probleme auch in den Griff. Mehr dazu gibt´s bei den Büchern. Alle bei uns angebotenen Marillensorten sind selbstfruchtbar, bis auf die eine Sorte ´Frühmarille aus Kittsee´, die einen Befruchtungspartner braucht. Bei der Pflanzung von Marillen als Wurzelware empfehlen wir eindringlich, dies im Frühjahr zu bewerkstelligen, da erfahrungsgemäß eine Herbstpflanzung nicht zu optimalen Anwuchser-gebnissen führt.

verfügbare Sorten:

Ananasmarille: Früchte mittelgroß, blassgelb mit nur leichter Rötung, Fruchtfleisch weich, süß, meist melonenartig gewürzt, sehr gute Tafel- und Verarbeitungsfrucht (Konfitüre, Brennen).

Sommer Reife VII-VIII Vwdg THM PG2

Bergeron: groß, orange gefärbt und sonnseits gerötet, Fruchtfleisch saftig, fest und aromatisch gewürzt, sehr fruchtbar, die späte Blüte bringt regelmäßige Erträge, der Baum ist robust und mittel- bis starkwachsend.

Sommer Reife MVIII Vwdg THM PG1

Dürkheimer Marille: in Deutschland auch ´Goldaprikose´ genannt, Früchte mittelgroß, rund, hellgelb mit gelbem Fruchtfleisch, festfleischig mit feinem Marillenaroma, starkwüchsig, frosthart, relativ anspruchslos.

Sommer Reife VIII Vwdg THM PG1

Frühe Rosenmarille: 1918 aus Ungarn in Österreich eingeführt, dürfte eine sehr alte Sorte sein, die von alters her in russischen Marillengegenden vermehrt wurde, lichtorange mit auffallender Rötung, mittelfest, sehr saftig, aromatisch, die Blüte erscheint spät und ist ziemlich frostwiderstandsfähig.

Sommer Reife VII Vwdg THM PG2

Frühmarille aus Kittsee: Österreich, klein-mittelgroß, hellgelb, sonnseits gelborange, samtartig, festfleischig, saftig, vorherrschend süß, würzig, ´Knödelmarille´, da eher klein, Ertrag regelmäßig mittel-hoch, selbstunfruchtbar.

Sommer Reife AVII Vwdg THM PG2

Große Wahre Frühe: aus ungarischen Samen in der DDR gezogen, groß-sehr große, ovale Frucht, gelb mit roter Backe, wollig, gut steinlösend, für geschützte, für milde Lagen dankbar, da das Holz ein bisschen frostgefährdet ist, was man mit Kalken der Stämme im Winter wieder fast ausgleichen kann.

Sommer Reife M-EVII Vwdg THM PG1

Grüne Wachauer Urmarille: A, vor 1700, eher kleine-mittelgroße, behaarte, grüne, sonnseits etwas gelbliche Marille mit intensivem Geschmack.

Sommer Reife VIII-IX Vwdg THM PG3

Hunzamarille: eine Sämlingsmarille, die sehr ähnlich der Marille aus Ladakh sein soll. Die Reiser davon habe ich aus der Steiermark bzw. aus Kärnten bekommen, wo schon über 20jährige Bäume davon stehen, auch in Freistadt, OÖ, kenne ich einen langjährigen Standort. Bevorzugt sind Plätze, wo sie nicht immer dem Regen ausgesetzt ist.

Sommer Reife MVIII Vwdg THM PG3

  Keczkemeter Rosenmarille: Früchte sind mittelgroß-groß, hellorangegelb, mit dunkelrosa-karminroter Backe, süß, wenig säuerlich, gut gewürzt, Fleisch hellorange, fest, der Baum wächst mittelstark, eine eher spät blühende und spät reifende Sorte.

Sommer Reife A-MVIII Vwdg THM PG2

Klosterneuburger: Österreich, Abkömmling der allseits bekannten ´Ungarischen Beste´, jedoch mit größerer Widerstandsfähigkeit gegenüber Frost bei Blüten und Holz, mittelgroß-groß, orangegelb mit intensiver Rötung, festfleischig, typisches intensives Marillenaroma, beste Destillatmarille, gute Gelierfähigkeit, für gute Marillenlagen.

Sommer Reife M-EVII Vwdg THM PG1

Kremser Marille: NÖ, vielleicht ident mit der ´Keczkemeter aus Mautern´, spätblühend, mittelgroß, orangefarbig, samtartig, fest, späte Blüte, relativ anspruchslos. Es könnte aber auch sein, dass es sich bei dieser Sorte um die ´Frühe Kremser Marille´ handelt, die im Juli reif wird, hellorange mit roten Bäckchen ist und sich vorzüglich für Marmelade, Destillate und natürlich für den Frischverzehr eignet. Genauere Angaben sobald die ersten Früchte geerntet sind.

Sommer Reife VIII-IX Vwdg THM PG2

Kuresia®: D, neue und 1. Sorte, die sharka-immun ist, mittelgroße, sehr attraktive, orange-rote Früchte, sehr festes, aromatisches, stein-lösendes Fruchtfleisch mit gutem Geschmack, fruchtet auch am 1jährigen Holz, mittelstark wachsend, sonst noch keine Erfahrungen.

Sommer Reife A-MVIII Vwdg THM PG2

Marille aus Ladakh, Nepal: eine Sämlingsmarille aus über 3000m Seehöhe im Himalayagebiet, Früchte klein, besonders süß und festfleischig, ideal zum Trocknen und für Süßspeisen geeignet. Bevorzugt Standorte, wo sie nicht immer dem Regen ausgesetzt ist.

Sommer Reife EVIII-IX Vwdg THM PG3

Nancy Marille: F, seit über 200 Jahren bekannt, Früchte groß-sehr groß, gelb mit roten Backen, saftig, süß, aromatisch, steinlösend, Ertrag hoch und regelmäßig, früh einsetzend, mittelstark wachsend.

Sommer Reife VII-VIII Vwdg THM PG1

Tiroler Spätblüher: unsere Hauptsorte, kommt aus Tirol, von 1600 m Seehöhe, wächst bei uns auf 810 m seit mittlerweile über 10 Jahren ohne Probleme. Beim Sortennamen sind sich auch Profis nicht ganz im Klaren. Für den einen ´Marillenkenner´ soll es sich bei dieser Sorte eigentlich um ´Bergeron´ handeln, ein anderer meinte wiederum, dass es nur die ´Keczkemeter Rosenmarille´ sein kann. Sie blüht jedenfalls ca. 1-2 Wochen später, je nach Witterung, als andere Sorten und ist dadurch weniger spätfrostgefähr-det, Früchte sehr süß, sonnseitig intensiv rotorange gefärbt, an geschützter Stelle groß und freistehend mittelgroß.

Sommer Reife M-EVIII Vwdg THM PG1

Türkische Bergmarille: eine weitere Sämlingsmarille. Von dieser Marille muss ich erst mehr in Erfahrung bringen bzw. Erfahrungen machen. Ein witterungsgeschützter Standort ist auf jeden Fall empfehlenswert, nicht wegen dem Frost, sondern wegen der Feuchtigkeit. Eine unserer ersten Veredelungen steht total frei und ist von Gummifluss fast vollends überzogen, was diese aber nicht daran gehindert hat, im darauffolgenden Jahr wieder überaus kräftig anzutreiben. Jene unter dem Vordach sind hingegen ganz gesund. Zu den Früchten kann ich leider noch nichts sagen, die haben im letzten Jahr jemand Anderem geschmeckt.

Sommer Reife EVIII-IX Vwdg THM PG3

Ungarische Beste: H, Zufallssämling, die sgn. typische ´Wachauer-Marille´, mittelgroße-große Frucht, sattgelb, sonnseits gerötet, süß mit fein säuerlicher Würze, früher, hoher Ertrag, mittelstark wachsend, für gute Lagen.

Sommer Reife VII-VIII Vwdg THM PG1

Vinschger Marille: Südtirol, gleichermaßen gut verwendbar, Frucht sattgelb-orange, saftig, süßsäuerlich.

Sommer Reife VII-VIII Vwdg THM PG3